Stadtraum 2030 – Fazit und Handlungsempfehlungen

Das Projekt Stadtraum 2030 beinhaltete viele verschiedene Aspekte: Ideen-Erarbeitung (Studie Martin Aarts/MLA+, Treffen mit Anwohnenden und Bürgerinitiativen, Umfrage, Seminararbeiten Beuth Hochschule für Technik Berlin), deren Präsentation (Studie, Projekt-Internetseite, Vor-Ort-Veranstaltung, Ausstellung, Presseartikel), Konsultierung (Umfrage, Studien-Präsentation, Vor-Ort-Veranstaltung), und Diskussion (Kommentarfunktion der Projekt-Internet­seite, Presse-Kommentare, Vor-Ort-Veranstaltung). In der Gesamtschau des Projektes ergeben sich für uns folgende Handlungsempfehlungen:

Schlosspark-Kiez gemeinsam und behutsam mit den Anwohnenden umgestalten

Kiezblock umsetzen

Die Umfrage bestätigt übereinstimmend das Vorhandensein eines Abkürzungs- und Umgehungsverkehrs durch den Kiez. Dieser umgeht die Ampeln auf der Breiten Straße, gefährdet die Schulwegsicherheit im Wohngebiet und führt auf den gepflasterten Straßen im Kiez zu erhöhter Lärmbelästigung. Bei der Vor-Ort-Veranstaltung fand der Kiezblock-Vorschlag von der Bürgerinitiative Fahrradfreundliches Pankow großen Anklang. Das Kiezblock-Konzept, das beim Kiezblock-Workshop von Verkehrsinitiativen und Anwohnenden im Januar und Februar 2020 erarbeitet wurde, sollte vom Bezirksamt (ggf. mittels eines Verkehrsversuches) umgesetzt werden. Das Konzept für den Kiezblock befindet sich in der vollständigen Dokumentation.

Verkehrsinfrastruktur qualifizieren

Es wurde übereinstimmend die Verkehrsinfrastruktur für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen beklagt: Der hohe Parkdruck (auch durch Besucher*innen des Sommerbads Pankow und Angestellte der Gesobau) führt dazu, dass vielfach Straßenkreuzungen zugeparkt werden, was die Schulwegsicherheit gefährdet. Aufgrund des groben Straßenpflasters in einigen Straßen, aber auch aufgrund der engen Fahrbahn, weichen Fahrradfahrer*innen auf die Gehwege aus und gefähr­den Fußgänger*innen. Lieferverkehr verschärft die Lage zusätzlich, da er ohne Lieferzonen auf der engen Fahrbahn parkt.

Für eine nachhaltige Verkehrsinfrastruktur sollten daher die Straßenbeläge fahrradtauglich gemacht werden, an allen Kreuzungen auf den Eckparkplätzen für bessere Sichtbeziehungen Fahrradbügel aufgestellt werden, weitere Bügel innerhalb der Straßen auf Parkplätzen aufgestellt werden, in den Straßen Lieferzonen auf jetzigen Parkflächen eingerichtet und eine Gehwegsanierung mit Bordsteinabsenkungen an Kreuzungen überprüft werden. Bei Carsharing-Anbietern sollte für mehr Angebote im Kiez geworben werden.

Kiezgarage für den Schlossparkkiez prüfen

Sowohl die Umfrage als auch die Vor-Ort-Veranstaltung ergaben, dass es im Kiez zu viele Autos gibt, die die Straßenkreuzungen zuparken und es Fußgänger*innen und Schulkindern schwer machen, die Straßen gefahrlos zu überqueren. Die Situation könnte dadurch verbessert werden, dass diese Fahrzeuge nicht mehr verteilt in allen Straßen, sondern an einer „Sammelstelle“ abgestellt werden. Als Standort dafür kommt der geplante Parkplatz auf dem Gelände des Sommer­bades Pankow in Frage. Das Bezirksamt Pankow hat in dem laufenden Bebauungsplanverfahren zum Sommerbad die  Chance, in einem bereits bestehenden Wohngebiet eine Kiezgarage zu errichten.

Die Wolfshagener Straße aus Sicht von Martin Aarts/MLA+

Aufenthaltsqualität durch gestalterische Aufwertungen im Kiez erhöhen

Die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum muss erhöht werden. Hierzu gab es u.a. in der Umfrage sehr viele kreative Vorschläge. Es kam aber auch die Frage auf: „Aber wer nimmt das in die Hand?“ – hier ist die Koordinierung der vielen Ideen sinnvoll. Für eine solche Betreuung von Engagement und Ideen im Schlosspark-Kiez (und anderswo) könnte ein Konzept durch das Beteiligungsbüro des Bezirksamtes Pankow erarbeitet und betreut werden. Das Stadtteilzentrum Pankow in der Schönholzer Straße könnte als Anlaufstelle für solche Wünsche und Ideen dienen.

Beispielhaft für die gestalterischen Änderungen sind zum einen die Visuali­sierungen von Crusemarkstraße und Wolfshagener Straße, die von Martin Aarts/MLA+ erarbeitet wurden. Zum anderen zeigen die Arbeiten der Studierenden zu Kavalierstraße und Eintrachtstraße die Wünsche der Bürger*innen, die sich an der Online-Befragung beteiligt haben.

Melden Sie sich gerne bei uns, wenn Sie weitere Vorschläge und Ideen für Ihren Kiez haben. Wir freuen uns auf Ihre Mail, Ihren Anruf oder Ihren Brief.

Veränderung und Aufwertung des Pankower Angers ins Auge fassen

Eine Umgestaltung des Pankower Angers planen    

Die Visualisierung von Martin Aarts/MLA+ für den Pankower Anger und auch die Seminararbeit zur Breiten Straße verdeutlichen das Potential des historischen Angers in Pankow.

Er könnte ein Ort der Begegnung und des Aufenthalts sein. Wünschenswert wäre auch eine attraktive fußläufige Verbindung zwischen dem Pankower Zentrum, der zukünftigen Bebauung am Pankower Anger, dem Garbátyplatz und der zukünftigen Bebauung des ehemaligen Güterbahnhofs Pankow. Dadurch würden der bestehende und der zukünftige Einzelhandel sinnvoll vernetzt werden.

Die Haltestellen der Tram bzw. der Busse sind leider größtenteils noch nicht barrierefrei. Deshalb müssen Teile des Angers ohnehin in naher Zukunft umgestaltet werden. In diesem Zuge sind weitere Verbesserungen am Pankower Anger möglich und denkbar. Daher sollte die kurz-, mittel- und langfristige Umgestaltung der Verkehrssituation insgesamt untersucht werden. Dazu gehören: die Sicherheit und Gestaltung der Haltestellen, die Querungsmöglichkeiten, die Verbesserung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum, die gerechtere Verteilung der Verkehrsflächen und die Verbindung zwischen den verschiedenen Einzelhandelsstandorten in diesem Gebiet.

Der Pankower Anger aus Sicht von Martin Aarts/MLA+

Weitere Handlungsempfehlungen zu einzelne Straßen

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